Dieses Jahr hat sich das Burgtheater für das Alpen-Musical “Der Watzmann ruft” von Ambros, Prokopetz und Tauchen entschieden.
Hollaretuljööööööööh!!
Mit viel Liebe zum Detail wurden Darsteller, Kostüme und Requisiten ausgewählt oder eigens hergestellt. Die Lederhosen und Arbeitsschuhe der Knechte sind tatsächlich schon zur Arbeit verwendet worden. Der stilisierte Watzmann trug sogar ein Gipfelkreuz und die Gams wurde in liebevoller Handarbeit gefertigt und so ausgestattet, dass sie sogar den letzten Bissen erhalten konnte. Essgeschirr und Möbel entsprachen voll und ganz dem Bild eines Almbauernhofs.
Die einzelnen Rollen waren perfekt besetzt. Brillant waren die beiden Mädge des Almbauern mit ihren gebetsmühlenartigen Sprüchen und perfekt als nicht transalpiner Alpentransvestit Hannes Gigler als die “Geiltalerin”.
Auch der 1. Knecht spielte mit gutem Timing und souveräner Körpersprache, sowie auch Wilfred Klampferer in der Rolle des Vaters.
Das ganze wurde musikalisch begleitet – wenn auch nicht wie angekündigt unplugged. Aber das machte nichts, da die Begleitband sichtlich Spaß an der Musik und an dem Stück hatte. Einige Misstöne und rhythmische Schwankungen konnte man leicht überhören, gab es doch genug versteckte kleine Witze und Andeutungen in den Texten der einzelnen Lieder.
Heinz Oberlerchner spielte nicht nur Zieharmonika sondern führte auch souverän als Erzähler durch das Rustikal.
Auch die Nachwuchsschaupieler gaben ihr Bestes und überspielten kleine Schwierigkeiten beim Einsatz souverän. Dann ist es auch nicht so schlimm, wenn es mit dem Walzertanzen noch nicht so gut geht.
Das ganze wurde sehr liebevoll in Szene gesetzt und beleuchtet. Leider war das Samstag-Nachmittag-Publikum der wegen der großen Nachfrage extra eingeschobenen Sonderveranstaltung sehr zurückhaltend, so dass einige auf den Tribünen kaum zu Lachen wagten.
Der Watzmann zeigte zwischenzeitlich deutlich die Handschrift von Prokopetz/Tauchen und gab aber immer wieder Anlass zum Schmunzeln, nicht nur wegen der makaberen Texte sondern auch wegen der einfallsreichen Regiearbeit von Heidi Schiffer und Walter Auer.
Das Burgtheater Gmünd in Kärnten ist immer einen Besuch wert. Nicht umsonst waren alle Vorstellungen innerhalb kurzer Zeit ausverkauft inklusive der eingeschobenen Sondervorstellungen.
Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr und bin sehr gespannt, was gegeben wird.
Hollaretuljööööööööh!!




